„Ein Jahr auf dem Feld“

Lorscher Freilichtlabor Lauresham initiiert internationales Projekt zu historischem Weizenanbau und seiner Verarbeitung

Das Experimentalarchäologische Freilichtlabor Lauresham an der UNESCO Welterbestätte Kloster Lorsch hat ein internationales Projekt zur Geschichte des Anbaus von Weichweizen und seiner Verarbeitung angestoßen. Bei der Initiative „Ein Jahr auf dem Feld“ (A Year on the Field) wollen Museen und Betriebe aus den USA, Frankreich, Großbritannien, Kolumbien und Deutschland Wissen über diese Getreideart sammeln und auswerten. Die neue Initiative steht im Zusammenhang mit Langzeitstudien in Lorsch zu Landbau und Zugtieren im Mittelalter.

Wie der Leiter in Lauresham und Projektkoordinator, Claus Kropp, am Mittwoch, den 15. September 2021, sagte: „Der Weichweizen (triticum aestivum), auch als Brot- oder Weichweizen bezeichnet, ist seit Jahrtausenden eine der wichtigsten Feldfrüchte der Welt. Unser Projekt entstand aus dem Bemühen, verschiedene Museumsstandorte, sogenannte Living History Farms, aber auch kommerzielle landwirtschaftliche Betriebe – ob konventionell oder biologisch – zusammenzubringen.“

Die Beteiligten werden nach Angaben von Kropp eine Datenbank zu unterschiedlichen regionalen Anbautraditionen, regionalen Saatgutsorten sowie den Methoden der landwirtschaftlichen Bodenbearbeitung (sei es tier- oder traktorbetrieben) aufbauen. Sie soll der international vernetzten Wissenschaft zur Verfügung stehen. Eine Sensibilisierung sowie ein größeres öffentliches Interesse für die Landwirtschaft, ihre historischen Auswirkungen auf die Gegenwart, aber auch auf die Nahrungsmittelproduktion im Allgemeinen stellen ein weiteres Hauptziel von „A Year on the Field“ dar.

Schon von diesem Monat an dokumentieren die teilnehmenden Institutionen und Betriebe einen kompletten Weizenanbauzyklus von der Saat bis zur Ernte und dessen Verarbeitung. Im Laufe des Projektes soll es eine ausführliche und begleitende Berichterstattung über die Webseite des Klosters Lorsch (www.kloster-lorsch.de) und die Sozialen Medien geben. Darüber hinaus sind nach Abschluss des Pilotjahres eine Veröffentlichung und wissenschaftliche Vorträge geplant.

Hinweis:
Eine der wissenschaftlichen Studien im Freilichtlabor Lauresham, das sogenannte „Wölbäcker“-Projekt zu bodenschonenden und nachhaltigen Methoden des Getreideanbaus im Mittelalter und zu ihrem Wert für die Gegenwart, hat das hr-Fernsehen ein Jahr lang begleitet. Am Donnerstag, den 16. September 2021, strahlt das Regionalfernsehen den Beitrag „Landwirtschaft der Zukunft: vom Mittelalter lernen!“ in der Sendereihe „Alles Wissen“ um 20:15 Uhr aus.

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