Ergebnisse und Trends

10 Jahre Monitoring an der Wattenheimer Brücke

Im Jahre 2014 wurde, initiiert durch das Freilichtlabor Lauresham, eine Zuchtgruppe des Auerrindprojekts im Umfeld der Wattenheimer Brücke in Lorsch im Bereich einer Renaturierungsfläche und dazugehöriger Ausgleichsflächen etabliert.

Beide Teilflächen und die 2017 hinzugekommen Erweiterungsflächen haben eine Größe von zusammen etwa 7,7 ha. Seit 2015 werden die Entwicklungen auch durch ein Monitoring begleitet, wobei die Laufkäfer dabei eine besonders hohe Bedeutung einnehmen. Im Rahmen des Monitorings wurden bisher über 1.200 Tierarten nachgewiesen. Bei nahezu allen Artengruppen hat sich die Beweidung positiv ausgewirkt, Arten- und Individuenzahlen sind stetig gestiegen. Der Anteil gefährdeter Arten der Roten Liste über alle Gruppen hinweg (berücksichtigt wurden die aktuellen Bundes- und hessischen Landeslisten) liegt bei über 22%.

Durch extensive, naturnahe Beweidung wurden Mechanismen wieder angestoßen, die für eine enorme Artenvielfalt sorgen: Kot großer Pflanzenfresser stellt Nahrung und Lebensraum für viele Insektenarten dar. Diese wiederum sind Nahrungsgrundlage für verschiedene Vögel. Viehwege oder das Komfortverhalten von Rindern schaffen Offenflächen oder Trittsiegel, welche ebenfalls für Insekten, aber auch Amphibien und Reptilien, hilfreich sein können. Der Verbiss von Gehölzen schließlich verzögert die natürliche Sukzession, und es entstehen oft mosaikartige, sehr diverse Landschaften mit offenen Waldtypen.
Die Ergebnisse des zehnjährigen Monitorings sind nun in einer umfangreichen Publikation erschienen.

Die Studie zeigt, wie wichtig Naturschutz auch außerhalb der großen Naturschutzgebiete sein kann.

Am 15.01.26 um 18 Uhr findet im Paul-Schnitzer-Saal des Museumszentrums Lorsch eine öffentliche Vorstellung der Studie statt und die interessierte Öffentlichkeit ist hierzu herzlich eingeladen. Die Autoren stellen in Kurzvorträgen die Ergebnisse vor und stehen im Anschluss auch für Fragen zur Verfügung.

Foto: Frank Jäger

Für weitere Informationen und Auskünfte sind wir gerne für Sie da:
UNESCO Welterbe Kloster Lorsch
Tel: +49 (0)62 51-86 92 00
Fax +49 (0)62 51-86 92 029
Mail: info@kloster-lorsch.de

Zum Inhalt springen