Immaterielles Kulturerbe im Fokus

Ein Vortrag zum immateriellen Kulturerbe alter Handwerkstechniken und ein Thementag ganz im Zeichen des Handwerks

Wie viel Wissen steckt in einer alten Handwerkstechnik? Was geschieht, wenn überlieferte Bräuche und Kulturformen verschwinden? Und welche Verantwortung haben Museen dafür, dass solches Wissen erhalten bleibt und weitergegeben wird? Diesen Fragen widmet sich Claus Kropp M.A., Leiter des Freilichtlabors Lauresham am UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch, am Samstag, 17. Oktober, um 19 Uhr in seinem Vortrag „Wissen – Können – Weitergeben“ im Paul-Schnitzer-Saal des Museumszentrums Lorsch.

Was bedeutet Immaterielles Kulturerbe?
Immaterielles Kulturerbe begegnet uns oft, ohne dass wir es als solches wahrnehmen: in überlieferten Handwerkstechniken, Bräuchen, Festen, landwirtschaftlichem Wissen oder Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Es besteht nicht aus Gegenständen, die man in einer Vitrine bewahren kann, sondern aus Wissen und Können, das von Menschen praktiziert und weitergegeben wird.

In seinem reich bebilderten Vortrag nimmt Claus Kropp das Immaterielle Kulturerbe zunächst grundsätzlich in den Blick: Was macht eine kulturelle Praxis zu Immateriellem Kulturerbe? Welche Bedeutung hat dieses Wissen für unsere Gesellschaft – und wie prägt es sie bis heute? Als Leiter des Freilichtlabors Lauresham kann Kropp dabei auf die langjährigen Erfahrungen vor Ort zurückgreifen. Zugleich verfügt er als Präsident von AIMA, der internationalen Vereinigung Agrarhistorischer Museen, über einen umfassenden Einblick in die Arbeit agrarhistorischer Museen weltweit.

Welche Rolle spielen Museen?
Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Frage, welche Rolle Museen beim Erhalt, bei der Erforschung und bei der Weitergabe von Immateriellem Kulturerbe übernehmen können. Gerade Museen, die nicht nur Sammlungen bewahren, sondern historische Lebens- und Arbeitswelten erforschen und vermitteln, stehen hier vor einer besonderen Aufgabe: Sie können altes Wissen dokumentieren, praktische Fertigkeiten erforschen, ihre Anwendung zeigen und Räume schaffen, in denen dieses Wissen weitergegeben wird.

Das Freilichtlabor Lauresham bietet dafür zahlreiche Beispiele. Historische Handwerkstechniken und landwirtschaftliche Arbeitsweisen werden hier nicht allein anhand von Quellen vermittelt, sondern praktisch erprobt und vorgeführt. So wird sichtbar, dass kulturelles Wissen nicht statisch ist, sondern davon lebt, dass Menschen es anwenden, hinterfragen und an andere weitergeben.

Zum Abschluss gibt es einen Blick in die Zukunft: Welche Bedeutung werden Museen künftig für den Erhalt und die Weitergabe von Immateriellem Kulturerbe haben? Und warum könnte ihre Rolle angesichts gesellschaftlicher Veränderungen sogar noch wichtiger werden?

Der Vortrag findet anlässlich des Internationalen Tages des Immateriellen Kulturerbes statt und ist Teil des Jubiläumsprogramms zum 80-jährigen Bestehen der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen (SG). Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Herbstfest mit Handwerkermarkt und Falknereivorführung
Am folgenden Tag, Sonntag, den 18. Oktober, wird das Thema im Freilichtlabor Lauresham ganz praktisch erlebbar, denn das Herbstfest mit Handwerkermarkt steht ganz im Zeichen des Immateriellen Kulturerbes und des traditionellen Handwerks.

Auf dem gesamten Gelände können Besucherinnen und Besucher über einem Dutzend Handwerkerinnen und Handwerkern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und tradierte Techniken kennenlernen. An zahlreichen Mitmachstationen besteht außerdem die Gelegenheit, selbst aktiv zu werden und verschiedene handwerkliche Fertigkeiten auszuprobieren. Wer ein Stück traditionelles Handwerk mit nach Hause nehmen möchte, findet an den Verkaufsständen handgefertigte Produkte. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.
Nachgeholt wird an diesem Tag auch der bereits im Hochsommer geplante, aber durch die große Hitze verschobene Themenschwerpunkt zur Falknerei. Besucherinnen und
Besucher können sich deshalb am 18.10. auch auf eine Greifvogelschau und die Vorstellung des berühmten Falknereibuchs Friedrichs II. freuen.

Für weitere Informationen und Auskünfte sind wir gerne für Sie da:
UNESCO Welterbe Kloster Lorsch
Tel: +49 (0)62 51-86 92 00
Fax +49 (0)62 51-86 92 029
Mail: info@kloster-lorsch.de