„Kultur macht stark“

Engagement für Integration, Sprach- und Kulturvermittlung sowie kreative Selbstverwirklichung

In Kooperation mit dem Verein zur Förderung des UNESCO Welterbes Kloster Lorsch konnten gleich zwei großartige Projekte mit Bildungs- und Integrationsziel umgesetzt werden, gestern lief das erste der beiden Projekte mit einem Workshop-Tag an.

Auf Initiative der Organisationsverantwortlichen und Vereinsvorsitzenden Eleonore Jungman-Ginkel und der Leitung der Lorscher Museumspädagogik Claudia Götz, ging die Bewerbung für die Mittel des Projektes an das Programm Kultur macht Stark, kurz KUMASTA, wo man unmittelbares Potential in der Verbindung der Möglichkeiten des Programms mit den Themen des UNESCO Welterbes erkannte. „Als ehemalige Schulleiterin einer Beruflichen Schule ist und war es mit wichtig, geflüchtete Jugendliche und Jugendliche mit Migrationshintergrund zu integrieren“, so Jungmann-Ginkel, in diesem Fall über die Brücke der Sprache und Kultur.

Durch ihre berufliche Vergangenheit ist Jungman-Ginkel gut vernetzt in der pädagogisch geprägten Kunst-Szene der Region und konnte auch direkt zwei Künstler für das ambitionierte Projekt gewinnen: Alex Dreppec, Berufsschullehrer, Doktor der Psychologie, Autor mehrerer Gedichtbände und national erfolgreicher Poetry Slammer, sowie Christopher Daniels, Theaterpädagoge, Musiker, Mitglied des Theaterlabors INC in Darmstadt und Mitarbeiter bei der Organisation TUSCH (Theater und Schule). Möglich wird die gesamte Umsetzung durch die Mittel von KUMASTA, eine Bundeszuwendung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie durch die Unterstützung von JEP3 – jung-engagiert-phantasiebegabt. Für die Verpflegung der Teilnehmenden sorgen außerdem das Paritätische Bildungswerk Bundesverband e.V. und der Sponsor Langnese. Erreicht wurden die Teilnehmenden direkt über ihre Schule: Die Lorscher Werner-von-Siemensschule machte Schülerinnen und Schüler aus benachteiligten Familien direkt auf das Angebot aufmerksam.

Mit der Zusage der beiden Künstler und mit dem Lokalbezug des UNESCO Welterbes kristallisierten sich schnell die konkreten Projekte für die Verantwortlichen heraus: „Poetry Slam trifft Bienensegen“ und „Wohin des Weges, Digga?“.

Die Fotos zeigen den Poetry-Slam-Workshop, der bereits gestern, am 06.08. mit Alex Dreppec stattfand. Am Anfang stand das allgemeine Kennenlernen von Literatur: anhand deutscher Textbeispiele und in gemeinsamer Runde wurde überlegt und diskutiert, was einen guten Text für die Bühne ausmacht, um beim Publikum anzukommen und zu unterhalten. Mit verschiedenen kreativen Schreibübungen wurde dann die Grundlage zu humoristischen oder ernsten Gedichten sowie Kurzgeschichten und Rap-Texten geschaffen. Ohne Hemmungen sollten sich die Kinder und Jugendlichen an verschiedensten Textgattungen probieren und mit offenem positivem Feedback darüber austauschen. Ein weiterer Workshop-Termin steht nun noch in Vorbereitung des Vortragens der Texte an – am Freitag, den 10. Juli um 11 Uhr sollen die erarbeiteten Texte nämlich erstmals öffentlich in der Zehntscheune auf dem Klosterhügel präsentiert werden, offen für interessiertes Publikum.

Auch der zweite Workshop, am 13.07.  zielt darauf ab, benachteiligten Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu sonst oft verwehrter Kultur zu ermöglichen, in diesem Fall mit dem Fokus auf darstellender Kunst mit dem Schauplatz des Frühen Mittelalters, wie es im Freilichtlabor Lauresham gezeigt wird. Das Ziel soll auch sein, neu gewonnene Erkenntnisse über diese Epoche, spielerisch und theatralisch zu verarbeiten und Verbindungen zwischen dem Früher und Heute herzustellen – zum Abschluss präsentiert in einer gemeinsamen Performance des jungen Laien-Ensembles, das sich im Rahmen des Projektes zusammenfindet. Im vorbereitenden Workshop lernen die Teilnehmenden die Kunstform kennen, angeleitet vom Theaterpädagogen Daniels. Nachdem dann der historische Hintergrund mit der Museumspädagogik erkundet wurde, werden dann die neuen Eindrücke in einer Schreibwerkstatt und selbst erarbeiteten Szenen verarbeitet. Abschließend werden alle Ideen zu einem gemeinsamen Gesamtwerk zusammengeführt und am Freitag, den 17. Juli um 11 Uhr im Freilichtlabor Lauresham der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Eintritt zu beiden Präsentationsveranstaltungen ist kostenlos für Publikum.

Bilder: Florian Saum, Staatliche Schlösser und Gärten

Für weitere Informationen und Auskünfte sind wir gerne für Sie da:
UNESCO Welterbe Kloster Lorsch
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