Neues im Welterbe: Analoge Lockerungen und digitale Erfahrungen im Welterbe Kloster Lorsch

Angebot wird ausgebaut.

Auch im Kloster Lorsch weitet das Team um Welterbestättenleiter Dr. Hermann Schefers das analoge Führungsangebot und die Öffnungszeiten der Liegenschaften des UNESCO Weltkulturerbes weiter aus.

Dabei ist es den Verantwortlichen wichtig zu betonen, dass die Erfahrungen, die mit dem digitalen Angebot rund um die ehemalige Benediktinerabtei, aber auch um das experimentalarchäologische Freilichtlabor Lauresham gemacht wurden, positiv waren und zukünftig Bestandteil des Vermittlungsangebotes  bleiben sollen.

Insbesondere in der Musemspädagogik war ein viel beachtetes, dicht bestücktes und sehr abwechslungsreiches Programm mit  Vermittlungsangeboten durch digitale Führungen, Demonstrationen, Lesungen oder auch Workshops sehr gut angekommen, nicht nur bei Kindern, vieles davon im Videoformat. In Lauresham verzeichnete man ebenfalls durch Videobeiträge,  vor allem aber durch zwei Themenwochenenden, denen ein ambitioniertes interaktives Angebot im Internet zugrunde lag, nicht nur viele Besuche, sondern auch eine deutlich größere internationale Reichweite. Der Welterbetag, der 2020 erstmals ausschließlich digital gefeiert wurde,  hatte mit einer Reichweite von fast 13.000 Personen und  deutlich über 3100 Aufrufen eine zufriedenstellende Bilanz. „Für unsere vier Programmblöcke erhielten wir von den Nutzer*innen gute Noten und  überaus positive Kommentare“, sind die Organisator*innen zufrieden. Deshalb ist auch Laborleiter Claus Kropp sicher, dass „im Korsett der geltenden Bestimmungen einerseits der schrittweise Wiederaufbau des regulären Betriebes erfolgen wird. Andererseits wollen wir auf jeden Fall die positiven Neuerungen aus dem Lockdown der Corona-Zeit beibehalten.“

Neuerungen an Sonntagen – Lauresham und Königshalle auch ohne Führung zugänglich
Eine Beibehaltung aus dieser Zeit ist denn auch die Neuerung, dass Gäste an Sonntagen nun weiterhin ohne Führung in Lauresham das frühmittelalterliche Dorfmodell auf eigen Faust entdecken können. Hier gilt dann auch ein ermäßigter Preis (5 € | 3 € erm. | 11,50 € Familienkarte). Doch ab Juli gibt es dort neben den buchbaren, auch wieder täglich Präsenzführungen ( 11, 13 und 15 Uhr). Auch in die Königshalle gibt es  – erstmals  im Angebot – nun an Sonntagen  freien Zutritt ohne Führungen. Einzig eine notwendige Mund-Nasen-Bedeckung und eine nicht zu überschreitende Zahl von gleichzeitig Anwesenden in dem im Obergeschoss gelegenen Raum des karolingischen Gebäudes sind hier als Einschränkungen für Gäste gültig (Eintritt 4 € | 3E ermäßigt). Das Schaudepot Zehntscheune öffnet nun an Sonn- und Feiertagen von 11 – 18 Uhr, also eine Stunde länger als bisher, was in den Sommermonaten sicherlich sinnvoll ist (Eintritt 1 €).

Lauresham-Denar: ab 2021
Die Einführung des Lauresham-Denar – auch in den Medien schon breit thematisiert und durch die Corona-Pandemie vereitelt – wird jedoch bis 2021 warten müssen. „Damit ist auch unser neues Konzept der kostenlosen Öffnung an Thementagen  leider auch um ein Jahr verschoben“, bedauert das nicht nur Claus Kropp.  Bei der Wiedereröffnung des über Winter geschlossenen Freilichtlabors im Frühjahr  2021 hätte schon die zweite, eine weitere Münze, als Lauresham-Währung eingeführt werden sollen. „Doch die Ausgabe von Münzen, die die Menschen dann bei Besuchen in Lauresham  eintauschen und die den Besitzer, die Hände und die Geldbeutel wechselt, ist in diesem Jahr nicht opportun“, beschloss das Kuratoren –Team im Welterbe. Deshalb bleibt es auch beim nächsten Themenwochenende bei  einem – immerhin ermäßigten – Eintrittspreis  (5 € | 3 € erm.). Und besitzen Gäste eine Jahreskarte, ist der Eintritt zu diesen besonders ereignisreichen Besuchertagen im Herrenhof ohnehin kostenfrei. Das Programm im Ferienmonat Juli bietet für das ganze Welterbe eine etwas dezimierte, trotzdem attraktive Auswahl  aus dem ursprünglich vorgesehenen Programm anhand der Möglichkeiten, die die Corona-Bestimmungen derzeit lassen. Nichts destotrotz arbeitet das Team bereits mit Feuereifer am Fest der Ernte und Landwirtschaft, was am 20. September in Lauresham gefeiert werden wird. „Und zwar analog und digital“, will man in Lorsch alle Register – und vor allem auch die neu dazu gewonnenen – Register ziehen.

AKTUELLE ÖFFNUNGEN UND PREISE AUF EINEN BLICK

Klostergelände
DI – SO, 10 – 17 Uhr Besichtigung der Königshalle ohne Führung
Preis (inkl. Museumseintritt): 4 € | ermäßigt 3 €
NEU! DI – SO: Öffentliche Führungen (Königshalle außen & Kirchenfragment) um 10, 12, 14 und 16 Uhr (max. 9 Pers.)
Dauer: ca. 45 Minuten
Preis (inkl. Museumseintritt): 6 € | ermäßigt 4 € | Familienkarte* 14 €

Museumszentrum
DI – SO, 10 – 17 Uhr
Preis: 3 € | ermäßigt 2 € | Familienkarte 7 €

Freilichtlabor Lauresham
DI – SO, Öffentliche Führungen um 11, 13 und 15 Uhr (max. 10 Pers.)
Preis: 7 €|ermäßigt 5 €| Familienkarte 16,50 €
NEU! SO, 10 – 17 Uhr auch freier Zutritt ohne Führung
Preis: 5 € | ermäßigt 3 € | Familienkarte 11,50 €

Besucherinformationszentrum (BIZ)
DI – SO, 10 – 17 Uhr

Schaudepot Zehntscheune
Sonn- & Feiertage, 11 – 18 Uhr
Preis: 1 €


MONATSPROGRAMM JULI 2020

LAURESHAM FÜR KLEIN UND GROSS – FAMILIENFÜHRUNGEN IM FREILICHTLABOR  

Stellt Euch vor, Ihr hättet vor 1200 Jahren zu Zeiten des Kaisers Karl gelebt… Wo und wie hättet Ihr und Eure Familie gelebt, gewohnt und was hättet Ihr gegessen? Was ist mit der Arbeit, Schule, Freizeit, Hobbies und, ganz wichtig, Spiel und Spaß im Mittelalter? All das seht und erfahrt Ihr während der Führung auf unserem Herrenhof im Freilichtlabor Lauresham, der genauso aussieht wie große Gutshöfe im Mittelalter ausgesehen haben: Häuser zum Wohnen und Hütten zum Arbeiten, Tiere, Gärten und Felder und einiges mehr.

Termine: jeden Mittwoch & Samstag in Juli, jeweils um 14.30 Uhr
                    4. Juli                 -> Anmeldeschluss: 2. Juli 2020
                   8. Juli                 -> Anmeldeschluss: 7. Juli 2020
                   11. Juli               -> Anmeldeschluss: 9. Juli 2020
                   15. Juli               -> Anmeldeschluss: 14. Juli 2020
                   18. Juli               -> Anmeldeschluss: 16. Juli 2020
                   22. Juli               -> Anmeldeschluss: 21. Juli 2020
                   25. Juli               -> Anmeldeschluss: 23. Juli 2020
                   29. Juli               -> Anmeldeschluss: 28. Juli 2020
Dauer: 60 – 90 Minuten
Ort: Freilichtlabor Lauresham
Preis:  7 € │ ermäßigt 5 € │ Familienkarte* 16,50 €
Max. Teilnehmerzahl: 9 Personen

RESERVIERUNG VON FÜHRUNGEN WIEDER MÖGLICH

Wir bieten im Klostergelände sowie im Freilichtlabor Lauresham wieder buchbare Führungen an. Für mehr Informationen schreiben Sie uns per Mail (buchung@kloster-lorsch.de) oder rufen Sie uns (Tel. 06251/869200) an!

Termine: DI – SO
Dauer: 90 Minuten
Preis: 70 € (bis 10 Personen) | jede weitere Person 7 € | ermäßigt 5 € | Gruppen (ab 20 Pers.) 6 € p. P.
Teilnehmerzahl: Max. 9 Personen pro Gruppe, größere Gruppen werden geteilt
 

AUSSTELLUNGEN

SONDERAUSSTELLUNG „DIE WATTENHEIMER BRÜCKE IN LORSCH UND IHR UMFELD. GESCHICHTE – ARCHÄOLOGIE – NATUR

Die aus dem 18. Jahrhundert stammende Wattenheimer Brücke gehört zusammen mit der dortigen Weschnitzrenaturierung und den sie umgebenden Dünenzügen zu einem der schönsten Orte in Lorsch. Mittlerweile ist der Bereich zu einem Hotspot der Artenvielfalt in der Region geworden, nicht zuletzt durch den Einfluss der Beweidung mit den Rindern des Auerrindprojekts des Freilichtlabors Lauresham. Aber auch geschichtlich und archäologisch gesehen ist der Bereich um die Wattenheimer Brücke ein wahres Kleinod. Archäologische Funde reichen bis in die Steinzeit zurück und unterstreichen immer wieder die besonders günstige Lage dieses Ortes. Die kleine Sonderausstellung gibt facettenreiche Einblicke in die Geschichte, Archäologie und auch Naturentwicklung rund um die Wattenheimer Brücke.

Termine: 23. Juni – 30. August 2020
Ort: Foyer Paul-Schnitzer-Saal im Museumszentrum
Preis: Im Museumseintritt enthalten (3 € │ ermäßigt 2 €)

FOTOAUSSTELLUNG: „AUSGEZEICHNET: GÄRTEN – PARKS – LANDSCHAFTEN. GEWINNER DES EUROPÄISCHEN GARTENPREISES

Das Europäische Gartennetzwerk EGHN mit 190 Partnern in 14 Ländern Europas (darunter auch Kloster Lorsch) und die Stiftung Schloss Dyck, Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur in Jüchen, vergeben seit 2010 den Europäischen Gartenpreis.  

Mit ausdrucksstarken Bildern und kurzen Texten präsentiert die Ausstellung die rund 90 Preisträger. So wird zugleich deutlich, wie vielfältig das gartenkulturelle Erbe in Europa ist und wie überzeugend es gelingt, dieses Erbe und ganze Kulturlandschaften zu erhalten und zu entwickeln. Spannend ist die Gegenüberstellung mit zeitgenössischen Gartenanlagen und städtischen Grünkonzepten. „Moderne trifft Tradition“, „Wiedergeburt“, „Überraschendes“, „Neue urbane Räume“ und „Im Mittelpunkt: Pflanzen“ sind einige der Unterthemen der Ausstellung.   

Termin: 28. Juni – 30. August 2020
Ort: Museumszentrum
Preis: Im Museumseintritt enthalten (3 € │ ermäßigt 2 €)  

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