High Value Nature Farming

Wie mehrere wissenschaftliche Studien bisher belegen konnten, geht mit traditionellen Bewirtschaftungsweisen, Pastoralsystemen sowie kleinbäuerlichen Kreislaufwirtschaften ein hohes Maß an Biodiversität einher. Durch die große Strukturvielfalt und sehr diverse Nutzungsstruktur entstehen Nischen und Lebensräume für eine hohe Zahl seltener Pflanzen und Tierarten. Dabei ist bezeichnend, dass diese besonders wertvolle Bewirtschaftung unserer Kulturlandschaften bis dato von Agrarfördersystemen oder politischen Entscheidungsträgern noch immer unzureichend Unterstützung findet. In vielen Regionen Europas sind diese Systeme mittlerweile oft nur noch in nicht besonders dicht besiedelten Mittelgebirgsregionen zu beobachten. 

Von zentraler Bedeutung ist hierbei, dass in Fachstudien zwar Arbeitspferden eine große Rolle bei der Bewirtschaftung solcher Flächen eingeräumt wird, jedoch Zugrinder erneut keinerlei Beachtung finden. Deshalb hat das Zugrinderzentrum unter der Führung des Autors eine umfassende Studie begonnen, um in verschiedenen Modellregionen und Betrieben mit Zugrindernutzung die essentielle Bedeutung der Rinderanspannung für das Funktionieren dieser hochwertigen Kreislaufwirtschaften herauszuarbeiten. Eine erste Studie wurde im Mai 2024 in einer rumänischen Mittelgebirgsregion im Kreis Brazov begonnen.

Eine Kombination aus fotodokumentarischen Elementen, sei es durch Vor-Ort Aufnahmen oder Drohnenbilder, der Dokumentation aller Strukturelemente auf den Betriebsstandorten sowie durch den Abgleich mit Datenbanken zur Flora und Fauna soll ein tiefgreifenderes Verständnis der Rolle der Rinder im jeweiligen Betriebskreislauf möglich werden. Zugleich sollen Impulse für eine höhere Wertschätzung der Rinder aber auch vor allem der Menschen dieser Lebenswelten besser zu schützen und zu fördern.

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