Surveys

Bereits für das World Draft Cattle Symposium wurden durch das Freilichtlabor mehrere Surveys durchgeführt, um einen tieferen Einblick in die aktuelle Situation der Zugrinderhaltung zu erlangen. In einem festgelegten und immer gleichbleibenden Fragebogensystem wurden und werden in bestimmten Regionen Rinderanspanner intensiv befragt. Es sind in diesem Fall Fragen zur Betriebsgröße, der Anzahl der gehaltenen Tiere, Geschlecht, Rasse aber auch zu den Einsatzgebieten, der wöchentlichen Arbeitsdauer und zu besonderen Problemen und Herausforderungen. Erste Surveys wurden in Deutschland und Rumänien durchgeführt, gefolgt von aktuell Uganda und Namibia. Erste Ergebnisse sind dabei hoffnungsvoll und erschreckend zugleich: Während in Deutschland eine stete Intensivierung der Zugrinderhaltung – auf zugegebenermaßen noch immer sehr niedrigem Niveau – festzustellen ist, muss für Rumänien ein geradezu dramatischer Einbruch der Zahlen um mehr als 90 % in gerade mal 20 Jahren konstatiert werden. Für Uganda und Namibia hingegen wird immer klarer, wie stark äußere Faktoren wie Bürgerkrieg oder auch der Klimawandel dramatische Entwicklungen anstoßen. Auf der einen Seite kann dies der fast flächendeckende Verlust überlebenswichtiger Fähigkeiten zum Thema Anspannung von Rindern in weniger als einer Generation sein, auf der anderen Seite die immanente Bedrohung der Zugtiere durch andauernde Dürren oder Tierseuchen.

Gerade in Vorbereitung ist ein weiterer Survey für die kubanische Region Pinar del Rio, in der die Anspannung von Rindern eine uralte Tradition ist und wo diese bedingt durch Sanktionen und Nichtverfügbarkeit von fossilen Brennstoffen erneut an Bedeutung gewonnen hat.

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